(Deadline) Workshop Einreichung: Digitales historisches Lernen?! – Empirische Perspektiven auf die digitale Geschichtskultur

Die geschichtsdidaktische Forschung zu digitalen und Sozialen Medien weist sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene noch einige Desiderate auf. Seit 2015 hat die Beschäftigung mit diesem Feld innerhalb der Geschichtsdidaktik merklich zugenommen, doch einige Themenkomplexe blieben bis heute weitestgehend unbearbeitet. Der digitale Raum, allen voran Soziale Medien, etablieren neue Formen der historischen Erzählung, die sowohl durch die Medienlogiken der jeweiligen Plattformen als auch durch eine spezifische Form der Zeiterfahrung determiniert sind. Diese neuen historischen Erzählungen suggerieren den Nutzer_innen eine Unmittelbarkeit, die Zeit und Raum mühelos zu überbrücken scheint. Beispiele hierfür sind unter anderem das Instagramprojekt @ichbinsophiescholl, VR-Angebote, die als „Zeitreise“ beworben werden, Augmented-Reality-Angebote wie „WDR AR 1939 – 1945“ oder der Versuch, Interaktionen mit Zeitzeug_innen mit Hilfe von Hologrammen zu konservieren und für die Nachwelt zu speichern.
Um die Entwicklung theoretischer Konzepte weiterführen zu können, bedarf es zunächst vor allem empirischer Daten, die Rückschlüsse auf die Rezeption digitaler Geschichtsdarstellungen und deren Einfluss auf Prozesse des historischen Denkens und Lernens zulassen. Digitale Medien fordern etablierte geschichtsdidaktische Konzepte heraus. Während einige Forscher_innen Überlegungen über einen neuen geschichtsdidaktischen Medienbegriff angestellt haben, blieben andere Aspekte von der theoretischen Neu-Konzeptualisierung bisher ausgeschlossen. Der digitale Raum ermöglicht die Entwicklung neuer historischer Narrative, eine spezifische emotionale Ansprache der Nutzer_innen, Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion und suggeriert damit eine Unmittelbarkeit historischer Ereignisse. Er macht dadurch eine Neujustierung geschichtsdidaktischer Konzepte notwendig: Alteritäts- und Identitätserfahrungen, Narrativität, Emotionalität, Lebensweltbezug und Zeiterfahrung sind nur einige hiervon, die durch den veränderten Zugriff auf Vergangenheit herausgefordert werden. Anhand empirischer Daten zur Rezeption verschiedener digitaler Medien und deren Auswirkungen auf historische Denkprozesse können diese neuen theoretischen Konzepte entwickelt werden.
Ziel des Workshops ist es einerseits, Akteur_innen, sowohl Promovierende, als auch Post-Docs und etablierte Wissenschaftler*innen, zu vernetzen, die versuchen, diese empirische Forschungslücke zu bearbeiten. Andererseits sollen bestehende Forschungsprojekte von diesem Austausch profitieren, indem er eine inhaltliche und methodische Konkretisierung ermöglicht. Der Workshop soll den Raum öffnen, sich über Methoden auszutauschen, um gemeinsam zu reflektieren, wie bestehende Erhebungs- und Auswertungsmethoden für geschichtskulturelle Phänomene im digitalen Raum angepasst oder erweitert werden können.

Einreichungen

Jedes Panel besteht aus zwei Vorträgen à 20 Minuten und einer gemeinsamen Diskussion. Bitte reichen Sie bis zum 31. Mai ein halbseitiges Abstract Ihres Forschungsvorhabens sowie einen kurzen CV an treiber@uni-wuppertal.de. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an dieselbe Adresse. Eine Rückmeldung erfolgt bis zum 30. Juni.

Kontakt

treiber@uni-wuppertal.de


Quelle: https://www.hsozkult.de/event/id/event-116940?title=digitales-historisches-lernen-empirische-perspektiven-auf-die-digitale-geschichtskultur&recno=8&q=&sort=newestPublished&fq=category_discip:%223/103/70/189%22&total=32